Ein biodynamischer Landwirtschaftsbetrieb, das Herz eines sozialen Organismus in Ussana, inmitten der Gemeinden des Basso Campidano

Das Projekt Pontis fördert die Entstehung eines landwirtschaftlichen Betriebes, als Herz einer Gemeinschaft mit Raum und Zeit für Schule, in Kontakt mit der Natur, der Kunst, der Arbeit und des Lebens.

Das Projekt

Wir leben in einer Zeit, in der die Welt schnell auseinander zu brechen scheint und sich das entzweit, das normalerweise verbunden sein sollte: Mensch und Natur, Tradition und Innovation, alte und junge Generationen, Erde und Kosmos. Der Mensch neigt dazu, sich im Partikularismus zu verlieren und verliert somit das Ganze aus den Augen. Die alte Brücke „Sega Fenu“ am Fluss Riu Mannu war der Anstoß für den Namen der Initiative Pontis: eine reale Brücke, die wieder aufzubauen ist, aber auch viele Brücken, Verbindungen und Beziehungen wieder herzustellen, aufzuwerten und aktiv zu schaffen. Pontis wurde gegründet, um dies anhand einer Reihe von kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Initiativen zu fördern.

 

 

Das Projekt in der Praxis

Was ist das Projekt Pontis

Im Projekt Pontis ist die Errichtung eines biodynamischen Landwirtschaftsbetriebes und die Wiederinstandsetzung des antiken Hauses Mastio/Sedda in seiner Gesamtheit vorgesehen. Das Haus und der Betrieb werden die beiden Pole sein, die die landwirtschaftlichen Aktivitäten (Produktion, Verarbeitung und Verkauf), mit denen des Experimentierens und der Ausbildung, mit sozialer Eingliederung, Wohlergehen, Rehabilitation und Heilung verbinden. Die Förderung von anderen Initiativen im pädagogischen, künstlerischen und kulturellen Bereich, die aus der Zusammenwirkung dieser Bereiche hervorgehen, verleiht dem Projekt zusammen mit dessen Angeboten einen Wertzuwachs, sodass die Initiativen das Projekt auf seine Art und Weise einzigartig machen. Wenn auf der einen Seite des innovativen, landwirtschaftlichen Mehrzweckbetriebs Tier- und Pflanzenproduktionen harmonisch in die Landschaft und in Umweltschutzprozesse eingefügt werden, schlägt das Projekt für den Gebäudekomplex Mastio/Sedda die historisch architektonische Erhaltungsarbeit der Gebäude vor, um sie so weit wie möglich auf die Gebräuche, die mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten verbunden sind zurückzuführen. Vor allem aber auf die kulturellen, künstlerischen und sozialen Gebräuche, die im Dienste der Gemeinschaft stehen. Die komplexe einheitliche Arbeit des Projekts Pontis ist es, die Qualität von lokalen landwirtschaftlichen Produktionen zu verbessern und deren Konsum zu fördern, indem ein nachhaltiger Wirtschaftskreislauf mit großer Auswirkung auf das Territorium erzeugt wird, aber auch eine aktive und unterstützende Rolle in den Institutionen spielt, um auf die Bedürfnisse der Gemeinschaft zu reagieren, beginnend bei der eigenen Geschichte und bei der  Wertschätzung der lokalen Ressourcen.

Wie schreitet das Projekt voran

Ein notwendiger Schritt für die Entwicklung des Projekts wird die Beschaffung finanzieller Mittel (aus Spenden) sein, die für die Gründung einer gemeinnützigen Organisation erforderlich sind, die berechtigt sein wird, über Grundbesitze (Eigentum oder sonstiger rechtlicher Titel) zu verfügen und die als Garant für die Aufrechterhaltung des ursprünglichen Verwendungszwecks agiert.  Die Organisation fungiert als Bindeglied der verantwortlichen Unternehmen der verschiedenen Tätigkeitsbereiche gemäß einer selbst ausgearbeiteten Regelung und führt Maßnahmen zur Bestimmung und Verbindung der verschiedenen Finanzierungskanäle durch. Als Vorreiter dieses Weges, hat der Verband eine erste Studie und eine vorläufige Projektplanung durchgeführt. In dieser Phase sind technische Kompetenzen aus dem landwirtschaftlichen, architektonischen und finanziellen Bereich zum Einsatz gekommen. Diese Arbeit ermöglichte es, eine erste Kostenanalyse und die Schaffung von professionellen Berechnungen zu erarbeiten, um diese bei der Suche und Bestimmung von Finanzierungskanälen und beim Aufbau von Partnerschaften mit anderen Akteuren (staatliche wie private, italienische wie internationale) zum Einsatz zu bringen. Mit dieser Arbeit wurde ein starkes und notwendiges Netzwerk von Beziehungen und Unterstützung eingeleitet. Um den Anfang zu erleichtern, werden kleine Probeprojekte erarbeitet, die als Vorläufer für das allgemeine Projekt fungieren können, indem man so eine modulare Entwicklung des gesamten Projekts darstellen kann. Eines dieser Projekte wurde bei einer großen deutschen Stiftung vorgelegt, um nach finanzieller Unterstützung anzufragen. Es gab bereits Fürsprachen für einen möglichen Beitrag zur Mitfinanzierung.

Zwei Szenarien – die zwei Tätigkeitsbereiche des Pontis Projekts

Die Agrarflächen Su Tistivillu und die des Hügels Monte Assorgia, für einen Kilometer vom Riu Mannu umspült

AUF DEM LAND – Innovativer landwirtschaftlicher Betrieb

Es wird ein biodynamischer Betrieb mit seinen Initiativen geschaffen:
– Die Umstellung der Felder, die seit Jahrzehnten mit konventionellen Methoden geführt werden;
– Die Renaturierung der verlassenen und unproduktiven Hügellandschaften mit Wiederaufforstung und zunehmender Kräutervegetation auf allen Seiten;
– Die Produktion von Getreide, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Heilkräutern, Futterpflanzen, bewässerten und trockenen Wiesen, Ölsaaten und Faserpflanzen;
– Tierzucht und Erhaltung jeglicher sardischer Artenvielfalt (das Schaf pecora nera aus Arbus, das Giara-Pferd, der sardische Esel, das sardische Rebhuhn);
– Die Schließung der Lieferkette mit Umwandlung von Pflanzen- und Tierproduktionen;
– Forschung, Ausbildung und Verbreitung sowohl auf dem Gebiet des bio-dynamischen und biologischen Landbaus als auch auf dem Gebiet der Bioarchitektur;
– Die Planung und der Bau mittels Bioarchitektur von Gebäuden für landwirtschaftliche bzw. Wohnzwecke, für Tierhaltung und für die Unterstützung der Landwirtschaft in sozialer und gemeinschaftlicher Hinsicht;
– Verwirklichung einer Kinderkrippe und eines Kindergartens auf dem Bauernhof;
– Aufnahme von Schulgruppen, pädagogischer Bauernhof;
– Geschützte Arbeit.

 

Auf der anderen Seite des Flusses, das Haus Mastio/Sedda, Teil des historischen Stadtkerns der Gemeinde Ussana

IM DORF – zweckmäßige Wiederinstandsetzung des stillgelegten architektonischen Erbes

Das Haus Mastio/Sedda wird in seine Verbindungsrolle zwischen städtischer Umgebung und dem Land zurückkehren, indem es Raum für Initiativen und Aktivitäten bietet, wie:

– Die Planung und Renovierung / Rekonstruktion der Gebäude mittels Lehmbau und deren Raumumgestaltung entsprechend der Niederlassung eines Teils der Produktionstätigkeiten;
– Die Neuaufwertung von Handwerkstechniken in Zusammenhang mit nachhaltigem Bauwesen und die Ausbildung neuer Berufe oder die Umschulung der im Gebiet vorhandenen Berufe;
– Die Verwirklichung einer Verkaufsstelle;
– Die Schaffung einer Gaststätte, einer Betriebskantine und einer Küche, die nur Produkte aus der Gegend benutzt;
– Die Schließung der Weizenlieferkette und mit einer Produktion von verschiedenen Backwaren, wie traditionelles Brot und Gebäck;
– Die geschützte Einbeziehung leistungsschwacher Kategorien in Produktions-, Handwerks- und Kunstabläufen;
– Die Umwandlung und Verpackung eines Teils der Bienenzucht, Gewürz-, Obst- und Gemüseerzeugnisse;
– Organisation der Verteilung von landwirtschaftlichen Produkten an lokale Kantinen, Einkaufsgruppen und lokale Stadtmärkte;
– Die Verwirklichung öffentlicher Plätze für soziale, künstlerische, handwerkliche, musikalische Aktivitäten sowie der Beherbergung;
– Die Schaffung einer Waldorfschule von der ersten bis zur achten Klasse.

 

Die Orte

Peter Handke,

Gedicht an die Dauer

„Die Dauer hängt mit den Jahren, den
Jahrzehnten, mit der Zeit unseres Lebens zusammen.
die Dauer ist das Gefühl zu leben“

 

 

Wenn man zum ersten Mal mit den unten beschriebenen Orten in Kontakt kommt, spürt man das flüchtige, aber kraftvolle und tiefgreifende Gefühl von “Dauer”. Dieses Gefühl der Zeit und des Lebens, der Zeit, die lebt und das Leben der Zeit.

Die Orte auf dem Land

Die landwirtschaftlichen Nutzflächen

Die Grundstücke der vorhin genannten landwirtschaftlichen Flächen befanden sich einst alle im Besitz der Bauernfamilie Sedda, jedoch ging mit der Agrarreform in den fünfziger Jahren ein Großteil an Kleinbauern über. Die Nutzflächen befinden sich unmittelbar in der Nähe des Riu Mannu, der eine Grenze bildet und schließen im Osten die Hügellandschaft „Monti Assroxia“ mit ein. Im Westen enden die Grundstücke in den sanften Hängen von „Su Tistivillu“, welche sich auf dem Gebiet der Gemeinde Monastir befinden. In der Mitte befindet sich die Ruine der Brücke „Sega fenu“ (Su ponti Becciu). Die gesamte Fläche beträgt 150 Hektar, von denen nur 61 Hektar als Anbaufläche zu betrachten sind. Diese wurden jahrzehntelang mit der konventionellen Methode, hauptsächlich als Saatfeld und für Futterpflanzen bebaut und nur zum geringsten Teil für Gemüse, Weinberge und Olivenbäume genutzt. Die restliche hügelige Fläche, die aus einer geringen Bodendicke besteht, ist seit Jahrzehnten unbebaut geblieben, gezeichnet von wiederholten Bränden und fehlender bewaldeter Vegetation, abgesehen von vereinzelten Wildolivenbäumen.

Der Fluss

Im Gebiet der Gemeinde Ussana fließt ununterbrochen das Wasser des Riu Mannu, den nur einige bebaute Felder von den ersten Häusern des Dorfes trennen. Der Fluss fungiert als Grenze für die genannten Gebiete und spielt eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Artenvielfalt und des Gleichgewichts zwischen den natürlichen Elementen, die für die biodynamische Landwirtschaft unerlässlich sind.

Die Brücke

Sisinnio, der Sohn von Demetrio Sedda, Großgrundbesitzer von Ussana, ließ, als er Bürgermeister der Gemeinde war, in der landwirtschaftlichen Gegend Croccoriga, eine Brücke erbauen, die allerdings im Jahr 1892 aufgrund des Überlaufens des Flusses Riu Mannu teilweise einstürzte. Auf dem gegenüberliegenden Ufer befinden sich weitläufige Gebiete, die zuvor demselben Grundbesitz angehörten. Man sagt, dass die Brücke gebaut worden sein soll, damit Nutztiere den Fluss überqueren konnten. Diese Brücke hat den Namen des Projekts und des Vereins Pontis inspiriert.

 

Die Orte im Dorf

Altes Gutshaus in typischem Baustil

Im Herzen des Dorfes von Ussana finden wir das antike Gebäude, das als Mastio/Sedda Haus bekannt ist. Es war die Familie von Demetrio Sedda, die in der Vergangenheit enorme, wirtschaftliche und soziale Macht besaß und im Jahr 1820 dieses beeindruckende Gutshaus in campidanesischem Stil errichten ließ.

Von da an hat dieses Gebäude ganze Generationen von Familien gesehen und erlebt, verbunden mit dem Agrar- und Kulturleben von Ussana. Dort haben sich auch weniger bekannte Episoden der sardischen und der italienischen Geschichte und anderer menschlicher und politischer Ereignisse des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des zweiten Weltkriegs ereignet.

Damit die Identität eines solchen Komplexes nicht verloren geht, muss dringend eingegriffen werden, um zu verhindern, dass ein beschleunigter Verfall die Wiederherstellung des Gutes endgültig gefährdet.

Der Vorschlag zur Wiederherstellung sieht einen nachhaltigen und sozialverträglichen architektonischen Ansatz vor, der die Beteiligung lokaler Arbeiter fördert und natürliche Materialien verwendet, die die Traditionen respektieren.

 

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